Der Runkeler Rote war einst ein herausragender Rotwein mit großer regionaler Bedeutung und langer Tradition. Seine Geschichte zeigt den Wandel vom bäuerlichen Grundnahrungsmittel zum angesehenen Qualitätswein – und schließlich den Niedergang durch eine Kombination au Naturkatastrophe, Strukturwandel und Reblausbefall. Der Runkeler Historiker und
DER RUNKELER ROTE
VON JULIUS WAGNER
Der Runkeler Rote war über die Grenzen Nassaus hinaus bekannt und geschätzt. Nicht nur Sagen und Gedichte priesen seine hervorragende Qualität. Schon in der »Topographia Hassiae« gedenkt Merian bei der Beschreibung Runkels der feinen Weinberge und des trefflichen Weines, und Rossel nennt ihn in seinem »Album von Nassau« die Perle der Lahnweine. Im »Rheinischen Antiquarius« wird er als »aller Lahnweine König« bezeichnet und als feurig, gewürzreich und kapriziös beschrieben. Als König Wilhelm I. am 6. Juli 1867 von Berlin nach Bad Ems reiste, um dort sein Emser Kränchen zu trinken, machte er im Runkeler Bahnhof kurz Halt, und der neue Landesherr kostete den besten, auf der Pariser Ausstellung prämierten Runkeler Rotwein. Der Runkeler Rote hat es nicht verdient, dass er so ganz in Vergessenheit gerät. Deshalb will ich ein wenig von dem, was wir über ihn wissen, erzählen.
Im 6. Jahrhundert, lange bevor man an den Branntwein dachte, gab es in Dauborn Weinreben. Um 796 soll in Diez Wein angebaut worden sein, der angeblich schläfrig macht. Die Parzellen nennt man deshalb heute noch »Im Schläfer«. Man hört von ganz frühem Weinbau in Löhnberg, Ahausen, Aumenau, Niederbrechen, Selters und im Aartal. Der Wein war ein Lebensmittel, durch Vergärung haltbar gemacht, aber auch sauer und alkoholarm.
Für Runkel ist der Weinbau seit 1270 schriftlich belegt. In einem Vertrag vom 13. September 1270, den der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein (1259–1284) zwischen den feindlichen Vettern vermittelt, wird von Weinbau gesprochen¹.
In Runkel lagen besonders günstige Voraussetzungen für einen Weinanbau vor. Gute Weine brauchen sonnige Hänge, trockene Böden und auch ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Die Sonne fällt an den Steilhängen des engen Tales in spitzem Winkel ein, erwärmt den trockenen, steinigen Boden, gibt die Wärme aber nur langsam wieder ab. Die von den Höhen nachts einfallende kühle Luft trägt das Wasser der Lahn wieder fort. Der flachgründige, karge Boden verhindert zudem einen Wasserstau.
¹ August GERHARDT, Runkel, sein Gesicht und seine Geschichte – Heimatbuch. 1952, S. 185; Ernst ZANDER, Schadeck über d. Lahn, S. 110.
Man kann davon ausgehen, dass schon lang vor 1270 Rotweinreben gepflanzt wurden. Dafür spricht weniger die Sage von einem Ritter, der einst mit Karl dem Großen über die Pyrenäen zog, dort an dem unglücklich verlaufenen Gefecht in Roncevals Schluchten teilgenommen hatte und an den sonnigen Hängen der Lahn seine Burg Runcal erbaut und die aus Spanien mitgebrachten Reben angebaut hat, als die Tatsache, dass vor allem Mönche des Klosters Arnstein im Lahngebiet um 1140 Rotweinreben aus Burgund kultivierten.
Der weitaus größere Teil der Runkeler Weinberge war ursprünglich im Besitz von Bürgern. Schon 1395 ist der Verkauf eines Weinberges aktenkundig, und 1488 verkaufte Petrus de Mensfelden einen Weinberg an die Eheleute Henrich. In der Runkeler Flecken- und Landordnung von 1596 wird der Verkauf von Reiflingen in einem besonderen Kapitel ausführlich behandelt. Es besagt im Wesentlichen, dass Reiflinge zuerst der Obrigkeit und Einheimischen anzubieten seien, bevor sie Ausländischen und Fremden verkauft werden. Verstöße werden mit zehn Talern oder Leibesstrafe geahndet.
Das Schatzregister der Herrschaft Runkel von 1617 befasst sich ausführlich mit der Bewertung der Weingärten in Runkel. Danach besaß fast jeder Einwohner einen Weinberg. Mit wenigen Einschränkungen trifft dies auch für die Dörfer Aumenau, Münster und Weyer zu. In Weyer wurde der Kirche schon 1443 ein Weinberg vererbt.
Wo lagen nun diese Weinberge? Die alten Flur- und Lagenbezeichnungen und die fast 20 Namen von den einzelnen Weinbergen sagen uns heute wenig darüber. Die Hauptanbauflächen lagen »Zu Wehr« lahnauf, gegenüber der Ansbach, im Bereich des Taleinschnittes, wo heute die Schadecker Straße bergan Richtung Friedhof führt, um das heutige evangelische Pfarrhaus und die sonnigen, geschützten Hanglagen am Brückeberg. Spitzenlage war sicher der Bereich an den heutigen Schadecker Treppen unterhalb und hinter dem Schloss Schadeck. Dem schloss sich hinter dem Katzenstein der heute noch so genannte große Rotweinberg und ein großes Rebgelände, bis zum Kerkerbach führend, an.
² August WELKER, Vom Weinbau in Runkel. In: Land und Leute. Beilage des Weilburger Tagblattes Juli 1962.
³ Archiv der Stadt Runkel, Schatzregister der Stadt Runkel von 1617.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg muss der Weinbau fast zum Erliegen gekommen sein. Er hat sich in der Folge erst wohl langsam erholt, denn Graf Johann Ernst, der seinerzeit in Dierdorf regierte, gebot noch am 9. September 1661 allen seinen Untertanen im Aumenauer Cent, ihren Wein zuerst dem Burggrafen Nikolaus zu Bruch in Runkel anzubieten (wer anderen verkauft zahlt 10 Taler Strafe).
Die Weinberglagen waren ursprünglich vorwiegend in Privatbesitz. Runkeler Bürger besaßen damals 40 Morgen Weinberg. Darunter waren ansehnliche Besitzungen von über 2 1/2 Morgen. In Einzelfällen ist auch die Rede von Weinbergen mit dazugehörigen Steinhäuschen und Mauern. Dies änderte sich in der Folgezeit. Um 1764 und 1768 kaufte die Standesherrschaft größere Flächen an. Trotzdem hielten damals immerhin noch 15 Bürger an ihrem Weinbergbesitz fest. Wir finden in dieser Zeit im Kirchenbuch des Öfteren die Standesbezeichnung »Wingertsmann«. Im April 1778 verkaufte die evangelische Kirchengemeinde einen 80 Ruten großen »Unterste-Weinberg« (jenseits der Lahnbrücke unter dem Wolfram gelegen) und den »Pfarrweinberg« mit 31 Ruten – ein Verkauf gewiss nicht zum Nachteil des Pfarrers –, denn der so genannte Weinberg-Zehnte ging mit auf den Grafen über. Demnach hatte der Pfarrer Anspruch auf jeden zehnten Eimer Trauben. Der Kaufpreis war in der Form zu leisten, dass die gräfliche Verwaltung jedes Jahr zu Martini zwei Ohm Wein zu liefern und 50 Gulden zu zahlen hatte.
Um diese Zeit waren 75.000 Weinstöcke in herrschaftlichem Besitz, und die Rebanbaufläche wurde ständig vergrößert. Ab diesem Zeitpunkt lässt sich eine Hinwendung vom Lebensmittel Wein zur gewerbsmäßigen Produktion eines qualitativ hochwertigen Genussmittels erkennen. Es wurden jährlich 4.000 neue Wingertpfähle gebraucht. Davon hatten die Amtsgemeinden 2.570 Stück kostenlos zu liefern. Das Liefersoll war entsprechend der eigenen Wohlhabenheit auf die Dörfer umgelegt. Für fehlende 100 Stück waren 23 Kreuzer zu zahlen. Die Anfuhr der Pfähle hat Johannes Krämer im Akkord übernommen; dafür erhielt er jährlich 36 Gulden. Für die Arbeiten in den Weinbergen wandte die herrschaftliche Verwaltung jährlich 390 Gulden, 36 Malter und 6 Simmern Korn auf. 1835 waren es acht Wingertsleute, die diese Arbeiten verrichteten. Eine beliebte Arbeit, denn Väter bemühten sich, ihren Arbeitsplatz den Söhnen weiterzugeben. Die Wingertsleute wurden auf dem Herzoglich-Nassauischen Fürstlich Wied’schen Amt mit dem für die Fürstlichen Weinbauern bestehenden Eid belegt.
Bei Beginn der Weinlese wurden die Weinberge gesperrt; nur die Angehörigen der Wingertsleute durften dort Futtergras holen. Die Wingertsleute hielten in Strohhütten Wacht. Begonnen wurde mit der Lese im Allgemeinen in den günstigen Lagen; das war am Katzenstein und im »Pfarrweinberg«.
Wie es bei der Traubenlese zuging, sagt uns ein Bericht aus dem Jahr 1777. Die Oberaufsicht hatte der Hofgärtner und der Frohnschreiber. 39 »ordentliche Leute« waren als Leser bestellt. Sie wurden täglich mit sieben Kreuzern entlohnt. Neben den Wingertsleuten wirkten noch vier Legelknechte mit. Die Legelknechte trugen die Traubenkiepen zum Ladefass. Ein Feldwebel gab auf die Leser Acht. Ein Korporal begleitete das Fahrfass, und ein Grenadier musste auf die Legel und Bütten achten.
Im Schloss stand die Kelteranlage. 1766 wurde diese ersetzt durch einen größeren Druckbaum, Druckschraube und vier Marmorgewichte.
⁴ WELKER, Weinbau (wie Anm. 2).
Ab 1783 gab es eine Schraubenkelter mit zwei Schrauben. Die Lagerfässer waren im Schlosskeller und Kanzleikeller. Abweichend vom Bonner und Rheinischen Ohm (mit 20 Viertel zu je vier Maß) zählte das Runkeler Ohm 24 Viertel oder 96 Maß, das heißt 192 Liter.
Neben dem Rotwein wurde in kleinerem Umfang auch zeitweise Weißwein, meist ein Gutedel oder Kleinberger angebaut. Doch oft ließ deren Qualität sehr zu wünschen übrig, und es war schwer, denselben an den Mann zu bringen. So wurde in einem Jahr das Ohm für zehn Taler zur Kirmes verkauft.
Die gekelterten Mengen waren nicht unbeträchtlich. Bei weniger günstigen Ernten – so 1769 – kelterte man nur 17 bis 20 Ohm. 1782 waren es dagegen 137 Ohm und 1788 91 Ohm. 1808 und 1819 konnte man 93 Ohm ernten. Um diese Mengen zu verkaufen, wurden gelegentlich in der damals aktuellen, lediglich vier Seiten umfassenden Samstätigen Frankfurter Kayserl. Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung Avertissements (= Anzeigen) aufgegeben. Die Interessenten erhielten Probe-Bouteillen durch die Limburger Kayserliche Postverwaltung und Ordinaire fahrende Expedition zugesandt.
War der Wein schließlich verkauft, gab es auf dem Weg nach Frankfurt viele Zollstellen. Schon in Brechen forderte man zwei Kreuzer Zoll je Ohm; in Selters den gleichen Zoll und außerdem zwei Kreuzer Chausseegeld; die Camberger verlangten fünf Kreuzer Zoll und einen Kreuzer Chausseegeld. Die Kurmainzer sahen die Weinkonkurrenz nicht gern und erhoben in Esch sechs Kreuzer und 1 1/2 Kreuzer Wegegeld. Die Königsteiner nahmen sogar 25 Kreuzer Zoll. In Schwalbach waren es sieben Kreuzer, und schließlich mussten in Rödelheim und Frankfurt nochmals ein Kreuzer Wegegeld entrichtet werden.
1811 reifte ein Spitzenwein, dessen Versteigerung im Herzoglich Allgemeinen Intelligenzblatt vom 1. Februar 1812 wie folgt angekündigt wurde: »Von dem 1811 er hiesig herrschaftlichen rothen Wein, der niemals dem besten Burgunder Wein an Güte nachsteht, welcher aber hier von so besonders guter Qualität ist, das die ältesten hierigen Einwohner keines solch kostbaren Gewächses sich erinnern wissen, sollen Mittwoch, den 26.2.1812 versteigert werden.«
1824/1827 kaufte die fürstliche Verwaltung nochmals fünf Weinberge in der Schadecker Gemarkung. Es handelte sich um Spitzenlagen am Giebelstein, unterhalb des Schadecker Schlossfelsens, an der Pfeffermühle, dem Einschnitt hinter dem Schloss und am großen Berg der Standesherrschaft im Bereich unter dem Dallenbergs.
Häufiges Hochwasser verursachte an den damals bis zur Lahn reichenden Weinbergen große Schäden; den Steedener Weg und die Bahn gab es damals noch nicht. Um die Hochwasserschäden zu minimieren, sprengte man 1839 Felsen in der Lahnmitte. In diesen Jahren nahm der Weinbau einen tüchtigen Aufschwung. Ein junger Winzer, Friedrich Walter aus Lorch, trat als Weinbergaufseher in fürstliche Dienste. Die Wingertsleute wurden fortan nur im Tageslohn beschäftigt.
Die letzten, wenigen noch privaten Weinberge, 18 Stück mit 37 Morgen und 34 Ruten, gingen in fürstlichen Besitz über. Der Verkauf kann durch das neue Weinberggesetz des Herzoglich Nassauischen Kommissariats von 1843 beeinflusst worden sein. Erfolge intensiver Pflege von Weinbergen und Wein wurden sichtbar.
⁵–¹³ WELKER, Weinbau (wie Anm. 2).
¹⁴ Werner CORNELIUS, 1811 im Jahr des Halleyschen Kometen. In: Heimat an Lahn und Dill. Zeitungsbeilage des Weilburger Tageblatts April 1997.
¹⁵ ZANDER, Schadeck (wie Anm. 1), S. 111.
Auf der Wiesbadener Gewerbeausstellung fanden 1857 und 1858 Runkeler Rotweine lobende Anerkennung. Auf der Pariser Weltausstellung 1867 waren 133 stille und 25 Schaumweine aus Nassau vertreten. Die kaiserliche Kommission Napoleons III. zeichnete den Runkeler Roten von 1857/1858 mit einer Bronzemedaille aus.
Mit dem Bau der Lahntalbahn 1862 und des Steedener Weges gingen wertvolle Parzellen für den Weinanbau verloren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Negativtrend spürbar. Erträge und Qualität schwankten, die Anbauflächen wurden reduziert. So wurden 1921 auf fünf Morgen lediglich 62 Liter Rotwein geerntet. Ein starker Reblausbefall und Frostschäden des eisigen Winters von 1929 bedeuteten das Aus für den Runkeler Roten.
Ergänzungen:
Die Maßkette für das Ohm war regional unterschiedlich. In Hessen / Preußen entsprach es in etwa 140-150 Liter.
Nach einer Normierung entspricht ein Morgen meist 25 Ar bzw. 2.500 Quadratmetern (ein Viertel Hektar), konnte damals aber regional unterschiedlich sein.
Über den Autor:
Julius Wagner wurde am 26. Mai 1925 in Runkel geboren. Er besuchte eine kaufmännische Handelsschule in Limburg und machte dann eine Lehre als Textilkaufmann in Lauterbach. Nach der Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Aushilfe auf dem Bauernhof Mannes in Schadeck und wurde zum Trümmerräumen an der Autobahnbrücke in Limburg eingesetzt. Nach der Textilfachschule übernahm er das elterliche Textileinzelhandelsgeschäft in Runkel, das in der Alten Färberei ansäßig war, und das er bis ins Jahr 1990 führte. Julius war ein sehr heimatverbundener Zeitgenoße und baute in seinem Leben ein umfangreiches Wissen über die Geschichte seines Heimatstädtchens Runkel auf. Vieles davon hat er schriftlich für uns Alle festgehalten. Darunter auch dieser Text, der in abgewandelter Form auch in dem Festbuch zur 850-Jahr Feier von Runkel abgedruckt wurde. Im Jahr 2011 verstarb er. Posthum wurde der Platz neben dem Börnchen an der Lahn – unweit seinem damaligen Haus – Julius-Wagner-Platz getauft und ein Gedenkstein mit Tafel errichtet.

Chronologische Zusammenfassung
Vor 1100
- 6. Jahrhundert – Frühester dokumentierter Weinbau im Lahntal (Dauborn).
- Um 796 – Weinbau in Diez („Im Schläfer“).
- Um 1140 – Mönche des Klosters Arnstein kultivieren Rotweinreben aus Burgund im Lahngebiet.
1200–1500
- 1270 – Erster schriftlicher Nachweis des Weinbaus in Runkel (Vertrag des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein).
- 1395 – Erster aktenkundiger Verkauf eines Weinbergs.
- 1443 – Kirche Weyer erhält einen Weinberg als Erbe.
- 1488 – Verkauf eines Weinbergs durch Petrus de Mensfelden.
1500–1700
- 1596 – Runkeler Flecken- und Landordnung regelt Weinbergverkäufe (Reiflinge).
- 1617 – Schatzregister: Fast jeder Einwohner besitzt einen Weinberg.
- 1661 – Graf Johann Ernst ordnet an, dass Wein zuerst dem Burggrafen in Runkel angeboten werden muss.
1700–1800
- 1764–1768 – Standesherrschaft kauft große Weinbergflächen.
- 1777 – Bericht über streng organisierte Weinlese (Wingertsleute, Legelknechte, Feldwebel).
- 1778 – Verkauf des „Unterste-Weinbergs“ und des „Pfarrweinbergs“ durch die evangelische Kirchengemeinde.
- 1783 – Einführung der Schraubenkelter.
- 1782 – Große Ernte: 137 Ohm.
- 1788 – Ernte: 91 Ohm.
1800–1850
- 1808 / 1819 – Ernten von jeweils 93 Ohm.
- 1811 – Spitzenjahrgang („steht dem besten Burgunder nicht nach“).
- 1824–1827 – Weitere Spitzenlagen in Schadeck werden gekauft.
- 1835 – Acht Wingertsleute arbeiten für die Herrschaft.
- 1839 – Felsensprengungen in der Lahn zur Hochwasserminderung.
- 1843 – Neues Weinberggesetz des Herzoglich Nassauischen Kommissariats.
1850–1900
- 1857/1858 – Runkeler Rotwein erhält Anerkennung auf der Wiesbadener Gewerbeausstellung.
- 1862 – Bau der Lahntalbahn: Verlust wertvoller Weinbergflächen.
- 1867 – Pariser Weltausstellung: Runkeler Roter erhält Bronzemedaille; König Wilhelm I. kostet den Wein im Bahnhof Runkel.
- Ende 19. Jh. – Erträge und Qualität sinken, Anbauflächen werden reduziert.
1900–1930
- 1921 – Es wurden nur 62 Liter Rotwein auf fünf Morgen geerntet
- 1929 – Reblausbefall und Frost des extremen Winters vernichten die letzten Weinberge. → Ende des Runkeler Roten
- ab 1921 – Flächen liegen brach und verwildern bzw werden dem (wenig erfolgreichen) Obstbau zugewandt.
2010 – Heute
- 2010 – Der Verein „Weinbruderschaft des Runkeler Roten e.V“. wird gegründet
- 2011 – Die ersten Reben werden geplanzt
- 2012 – Der erste Wein wird gelesen (unser Erstling); weitere 150 Reben werden geplanzt
- 2016 – Weitere Reben werden auf der neuen 4ten Terrasse geplanzt
- 2020 – 10-jähriges Jubiläum
- 2025 – Umbenennung: „Weinbruderschaft des Runkeler Roten e.V.“ → „Runkeler Rote e.V.“
